Kunst

Design

playing the gap between art and life

2018

Design

Die Ästhetik von Fahrradreifenprofilen in neuem Kontext. Ein filigraner bis grobstollig-aggressiver Werkstoff für langlebige und wertige Accessoires

 

QR-BOMB® / Upcycling

Mode und Ideen rund ums Bike

Wir wollen die Kunst, dieses Exzeptionelle, dem Alltag vermählen – Peter Altenberg (1859-1919).  Kunst und Natur, Schönheit und Wahrheit gehören zu den Begriffe, aus denen sich Goethes Vorstellung von Ästhetik speist. In Italien nun gewinnen diese für Goethe an Anschaulichkeit, in ihrer Erfahrung reift er zum klassischen Dichter heran. Seine Idee der Natur hat sich seit den Straßburger Tagen gründlich verändert. Damit verändert sich auch die Kunst. Doch nach wie vor gibt Goethe keinen Streit der beiden Sphären zu. Noch immer gilt ihm als höchste Kunst, was von selber aus der Natur hervorgeht und was dem Sein der Natur entspricht. Es wäre schwer zu sagen, wo die eine beginnt und die andere endet. (Staiger 1956, 25) So durchreiste Goethe Italien und Sizilien mit dem durchdringenden, für alle sichtbaren Einzelheiten und unsichtbaren Zusammenhänge wachen Doppelblick der die Natur in der Kunst, die Kunst in der Natur sah und ihrer beständigen Wechselwirkung nachforschte […]. Diesen Doppelblick hatte Goethe als Anlage schon nach Italien mitgebracht, aber erst in Italien ward ihm die fruchtbare Anwendung, ja die Bestätigung seiner Sehart, und namentlich die äußere Wirklichkeit der sie vollkommen angemessen war. (Gundolf 1916, 375) Nun steht die Natur aber längst nicht mehr im Gegensatz zur Idee der Kunst. Es kann geschehen, daß eine neue Generation die Natur gegen eine erstarrte, künstliche Kunst ausspielt. (Staiger 1956, 24) Nur die Betrachtung der Natur und Kunst als eines einzigen Ganzen kann dazu erziehen, das Schöne richtig aufzufassen. (Viëtor 1949, 95)
Dies Gegeneinanderwirken von Stoff und Formtrieb, von Gestalt und Bewegung, von Schaffen und Bedingtwerden, ist das der Natur wie der Kunst gemeinsame Prinzip das Goethe bei der Kunstbetrachtung fand und anwandte. Seine Begriffe des Motivs, des fruchtbaren Moments, des symbolischen Falls sind daraus abzuleiten, seine Forderungen an Komposition, an Wahrheit, an Notwendigkeit, an Schönheit eines Kunstwerks beruhren darauf.(Gundolf 1916, 372)  Sein ganzes Wesen dringt auf edle große Schönheit. Er kann aber diese nur in der Wahrheit finden, und diese zeigt sich ihm – wie in der Natur – nur im Einfachen. Er kommt auf diese Weise zu edlen Einfalt und stillen Größe, als den höchsten Eigenschaften des Schönen zurück.(Bielschowsky 1914, 379) Er ist überzeugt, die ewig gültige Wahrheit entdeckt und begriffen zu haben, und traut sich zu, sie jedem, der Augen hat und sehen will, zeigen zu können.(Staiger 1956, 17).  Größe ist die erste Forderung, die er jetzt an ein Kunstwerk stellt. […] Nun ist nach seiner Überzeugung das Große nichts weiter, als die oberste Spitze des Wahren. Die Werke der Alten sind demnach nur deshalb groß, weil sie ihrem Gedanken und ihrer Ausführung nach wahr sind. (Bielschowsky 1914, 389)
[…] wenn er auf die Größe des Künstlers und seine Leistungen zu sprechen kommt, ist immer nur von dem Einen die Rede, ob er der Forderung seines Gegenstands gerecht geworden ist, ob er den Vorfall, das Ereignis ins günstigste Licht zu rücken gewußt hat. Dann ist ihm dies nach Goethe geglückt, wenn er das Mannigfaltige, das ihm die Bibel oder die Sage bietet, in einer Einheit zusammenfaßt, die alle Momente klar gruppiert und uns an keiner Stelle nötigt, über das Bild hinauszugehen, uns etwas noch hinzuzudenken, und wenn das Ganze in einem Augenblick kulminiert, der sich selbst genügt. (Staiger 1956, 35).  Zwischen Wahrheit und Schönheit besteht für ihn kein Gegensatz, sondern wenn nicht Identität so doch Parallelität. (Lichtenberger 1949, 83 f.) Schon in Weimar hatte er die Ahnung, in Italien die deutliche Gewißheit, daß die griechische Kunst, die Antike, in der er bisher nur Volkspoesie und Naturalismus gesehen hatte, noch etwas anderes ist. Er entdeckt in ihr das Geheimnis der Schönheit, des Stils, des Ewig-Menschlichen.
(Lichtenberger 1949, 85)  Keine der neuen Einsichten schien Goethe so wichtig wie die, daß die Kunst eine zweite Natur sei, geschaffen von großen Menschen. So sieht er nun die Kunst der Griechen. (Viëtor 1949, 102)  An den Anfang seiner Tafel der Werte stellt er die griechische Kunst. Er hält sie für beispielhaft, obwohl er nur einen recht engen Begriff von ihr hat und weder die Kunst der Primitiven, noch selbst die des Phidias kennt. Seine Auffassung beruht tatsächlich allein auf der Anschauung einiger weniger Werke, zumeist römischer Kopien griechischer Originale, die er damals in Italien sehen konnte und die im allgemeinen der Spätzeit oder sogar der Verfallzeit angehörten. (Lichtenberger 1949, 88 f.)Goethe wußte erstaunlich wenig über das Wesen der bildenden Künste, denn er ging an allem vorbei, was nicht von vornherein als klassisch empfohlen war; war es aber das, so war es gut, auch wenn er es noch nicht kannte; daß die antike Malerei der modernen überlegen gewesen, wurde ihm so zur Selbstverständlichkeit, während andrerseits Giotto nicht zum Modell genommen werden durfte, da er nur eine Vorstufe darstelle, weil ja die hohe klassische Kunst erst später erreicht wurde.(Meyer 1951, 366 f.)In Schöpfungen so verschiedener Zeiten und Geister, die wir heute nicht gern auf einen gemeinsamen Nenner bringen, empfand er ein und dasselbe Glück und sah er das Heil der Menschheit umschlossen. (Staiger 1956, 31)